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19.12.2017 11:26

Jürgen Kiontke war auf einer Bookrelease-Party des queeren Autors und Sexarbeiters Christian Schmacht - und hat dort einiges erlebt.

Die Edition Assemblage weiß, wie man präsentiert. Zur Bookrelease-Party des „Missy Magazin“-Kolumnisten Christian Schmacht – er berichtet in seinem Buch Fleisch mit weißer Soße über Sexarbeit als Transgender – hat Verlagsvertreterin Alma in den antisexistischen Laden FAQ nach Berlin eingeladen.

Alma, eine imposante Erscheinung mit Conferencier-Qualitäten, fordert die rund 80 Anwesenden, zu 90 Prozent Frauen um die 25, auf, bitte das Büfett leerzuessen. „Applaus für das Büfett!“ Sie weist in die Infrastruktur des FAQ ein: Um die Ecke ist die Sexarea, „alle Gender in allen Altersstufen mögen sich dort vergnügen“. Kleenex und Kondome stehen bereit.

Schmacht lässt sich erst mal nicht blicken, womöglich ist er noch am Arbeiten. Statt dessen liest eine wunderschöne Person im weißen Spitzenkleid aus seinem Buch vor. Cheers vom tollen Publikum!

Dann performt eine Transpersönlichkeit Text und Gesang auf Englisch. Im Zentrum eine schicksalhafte Begegnung: „Ein Typ hat mir aus dem Bus zugezwinkert, konnte aber erst eine Bushaltestelle später aussteigen. Außer Puste stand der junge Mann vor mir und fragte: „Was machst du? Hast du Zeit?“ – „‘Nein, ich muss zu einer Lesung‘“, habe ich geantwortet. Der darauf: ‚Ach so, na dann: Tschüs.‘“ Die Liebe hätte sich nur ad hoc entfaltet; nach längerfristigen Absprachen sei dem jungen Flirtenden nicht gewesen.

Tusch, Tröröh! Schmacht kommt doch. An einer Kette wird das junge Sternchen im Lederfummel hereingeführt. Wir sind gerührt. Auf dem Kopf hat er eine Gummihaube. Unter sachter Führung legt sich Schmacht ins Zeug – und signiert im Blindflug sein erstes Buch. Die Zuhörer*innenschar mischt sich bald in der Leisure Base. „Begleiterscheinungen emanzipatorischer Theorie und Praxis“ nennt der Verlag seine Bücher.

Jürgen Kiontke

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