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Wir sind ein völkisch Volk

27.09.2017 10:44

Vor einem Jahr schrieb Hermann L. Gremliza in seiner konkret-Kolumne über Entnazifizierung im Deutschland von heute (Auszug).

Wir warn mal alle in der Partei, der Vater in der Partei, die Mutter in der Partei, der Bruder in der Partei, die Schwester in der Partei … / Dann wurden wir alle entnazifiziert, der Vater entnazifiziert, die Mutter entnazifiziert, der Bruder entnazifiziert, die Schwester entnazifiziert … / Und nun sind wir wieder in der Partei, in der Partei, in der Partei, in der Partei ...
Schellack-Platte meiner Eltern (um 1950)  

Keiner – bis auf ein paar Freaks und mich, Leute, die allen stolzen Deutschen als bösartig oder verrückt gelten – nennt die AfD, ihre Wähler oder die Pegida, was klingt wie Napola, Nazis. Alle, der Leitartikel, die Talkshow, der Politiker und der Professor versichern unentwegt und ungefragt, wie bösartig oder verrückt es sei, die Genannten zu nennen, wie keiner, der etwas zählt im Land, sie je genannt hat.

Warum? Warum, statt der Gegendarstellung einer Behauptung, die beflissene Gegendarstellung von etwas, das keiner behauptet? Nun, man muss den Anfängen wehren, speziell dem des an geografisch oder politisch abgelegenen Orten erwachenden, noch unausgesprochenen Verdachts, dass die Wiedergutwerdung der Deutschen sich als der Fake erweisen könne, der er ist.

Noch ist keiner auf die Idee gekommen, die Lage der Deutschen des Jahres 1932 mit der von heute zu vergleichen, um herauszufinden, dass »die deutsche Volksseele« damals bei einer Arbeitslosigkeit von 44 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung, einer Halbierung der Industrieproduktion seit 1928 bei gleichzeitiger Senkung der Löhne und Gehälter um vierzig Prozent auf erst 37,3 Prozent für die NSDAP hochgekocht war. Wie die Volksseele bei ähnlicher Lage 2017 brodelte, lässt sich gar nicht übertreiben. Noch auch brannten 1932 die Synagogen nicht wie seit 1990 bis heute die Ausländerheime, noch konnten Juden mit ihrer Kippa auf dem Kopf, anders als heute, unversehrt durch Berlin spazieren. Deutschland, zeigt Figura, war vor 1933 weniger nazistisch (und viel weniger antisemitisch) als heute. 

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