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Nazis im Drogenrausch haben in Deutschland Tradition. Von Svenna Triebler

Jeder sucht sich die Drogen, die zu ihm passen. Wer das Leben eher entspannt angeht, findet im Cannabis einen Begleiter, arrogante Arschlöcher schärfen ihr Persönlichkeitsprofil mit Kokain, und wem das Denken wegen zu geringer oder zu großer Hirnkapazität Schmerzen bereitet, der weiß die beduselnden Wirkungen des Alkohols zu schätzen.

Das durch die TV-Serie »Breaking Bad« bekannte Crystal Meth wiederum macht größenwahnsinnig, paranoid und gewalttätig. Man braucht nicht zu spekulieren, welcher Menschenschlag sich von letzterem angesprochen fühlt, denn der Europäische Drogenbericht 2015 liefert harte Fakten. Unter 42 Großstädten, deren Abwässer auf Rückstände verschiedener Rauschmittel untersucht wurden, belegt Dresden (gemeinsam mit Oslo) den Spitzenplatz im Konsum der Droge. Und, ei verbibbsch, der höchste Wert wird regelmäßig dienstags gemessen, wenn in der Kläranlage ankommt, was am Pegida- Montag so im sächsischen Volkskörper zirkuliert.

Man kann Crystal Meth also getrost als Nazi-Droge bezeichnen, und das nicht nur wegen seiner Wirkungen und Konsumenten. Gerade in Sachsen verdienen Neonazis durch ihre Verbindungen zur organisierten Kriminalität auch selbst am Handel – in einem Bundesland, in dem Polizeibeamte schon mal interne Informationen an Mitglieder rechter Rockergangs durchstecken, scheint auch der Verfolgungsdruck nicht allzugroß zu sein.

Gemessen an ihrem historischen Vorbild sind die Nazis von heute allerdings Kleindealer. Seinen größten Boom erlebte Methamphetamin, der Wirkstoff von Crystal Meth, im Nationalsozialismus, wie nicht erst seit Norman Ohlers Buch Der totale Rausch. Drogen im Dritten Reich bekannt ist. Unter dem Namen Pervitin ließ der Staat das als Durchhaltedroge gepriesene Mittel im Industriemaßstab herstellen, einer der wichtigsten Abnehmer war die Wehrmacht. Es wäre zu simpel, deren Verbrechen als drogeninduzierten Blutrausch zu interpretieren, und auch die Persönlichkeit des obersten Reichsjunkies Hitler wäre mit den von ihm konsumierten Substanzen unzureichend erklärt. Vielmehr kam wohl auch hier zusammen, was zusammengehört.

Nun hat Crystal Meth neben den bereits beschriebenen noch einen weiteren Effekt: Es ist auf Dauer ziemlich ungesund. Man könnte also einfach hoffen, dass sich das Stöffchen noch weiter unter der entsprechenden Klientel verbreitet und seine zerrüttenden Wirkungen entfaltet. Leider aber beweisen die Volkspfosten in Dresden jede Woche, dass man als menschliches Wrack problemlos bei Hassbürgeraufläufen mitmarschieren kann. Viele brauchen dazu vermutlich nicht einmal Drogen. 

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