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von konkret

Jetzt wird’s ein bisschen unappetitlich, aber da müssen Sie durch. In der Berliner Tageszeitung »Junge Welt« fragt eine Susann Witt- Stahl den israelischen Historiker Moshe Zuckermann:

Zu dieser Praxis gehört auch die Theorie einer heimlichen Allianz des gemeinen Moslem von nebenan mit den gern als Widergänger der SS apostrophierten Islamisten, die »die Verachtung des menschlichen Lebens« noch »weniger verwundbar macht als den germanischen Siegfried das Bad im Drachenblut «, wie der Herausgeber des Magazins konkret meint. »Millionen Muslime, die ihren Wohnsitz in Westeuropa und Nordamerika haben, betrachten das Tun ihrer Brüder nicht ohne Zuneigung«, schrieb Hermann Gremliza 2004 und dokumentierte damit, dass Strömungen in der deutschen Linken schon lange ein Teil des Problems sind. Sein Fazit: »Diese islamistische Internationale ist die größte Gefahr, die den Siegern aller bisherigen Geschichte droht.«

Ein Jahr zuvor, im April 2003, war in der Reihe konkret texte als Band Nr. 34 Moshe Zuckermann: Zweierlei Israel. Auskünfte eines marxistischen Juden an Thomas Ebermann, Hermann L. Gremliza und Volker Weiß erschienen, der eine dreitägige Diskussion in diesem Kreis dokumentierte und anschließend von den Autoren auf einer Lesereise vorgestellt wurde – in Hamburg, Leipzig, Essen, Aachen, Bielefeld, Siegen und Berlin. Auf dem Nahost-Symposium »Remapping the region« im Linzer Centrum für Gegenwartskunst fiel Zuckermann seinem Gesprächspartner Gremliza vor vollem Saal um den Hals. Was also wird der Professor der Frau Witt-Stahl antworten? Er antwortet:

Na ja, was soll man schon vom Herausgeber von konkret groß erwarten? Aus seinen Worten spricht ja keine kritisch-emanzipative Analyse, sondern lediglich eine »Meinung«, die ihrerseits deutlich im Ressentiment wurzelt. Dieses Ressentiment wäre zu erörtern, gerade unter deutschen Gesichtspunkten.

»Was ist das für ein Ressentiment?«,

fragt Witt-Stahl und antwortet sich:

Ich meine, hier werden ähnliche Muster bemüht, die wir aus antijüdischen Verschwörungstheorien kennen.

Ganz seine Meinung:

Ja, genau darum geht es. Was man den Juden gegenüber nicht mehr äußern darf, wird auf »Ersatzjuden« projiziert, und zwar auf »Ersatzjuden«, die dahingehend legitim sind, dass sie sich in einem Feindschaftsverhältnis mit »den Juden« befinden. Das ist natürlich vollkommen ahistorisch wahrgenommen und eben darin ressentimentgeladen.

Wäre man nicht Professor und um ein Restrenommee besorgt, könnte man, was man hier raunt, schlichter fassen: Wer den jüdischen Staat gegen den islamischen Terror verteidigt, ist Antisemit, antijüdischer Verschwörungstheoretiker, Nazi, ja genau. Das ist aus der »großen Differenziertheit« geworden, mit der Zuckermann den Fragen seiner Gesprächspartner Ebermann, Weiß und Gremliza nach Ansicht der »Zeit« einst begegnet war. Sein Weg vom »Israel ist durch die Shoa zur Notwendigkeit geworden. Israel muss bestehen. Wenn Juden meinen, in diesem Land ihr Land zu sehen, dann ist das keine Frage, über die ich mit Deutschen gut diskutieren kann« (2003) zum »Was in Israel in jüngster Zeit geschieht, steht, ich sage das jetzt mit vollster Verantwortung, in nichts dem nach, was in Deutschland 1933 gang und gäbe gewesen ist« (2011) war kürzer als gedacht.

 

Termine: Jörg Kronauer referiert am 27.11. um 19 Uhr in Hamburg, Fanräume im Millerntorstadion, Heiligengeistfeld 1 unter dem Titel: »Der Ukraine-Konflikt aus antifaschistischer Perspektive« die Thesen seines Buches »Ukraine über alles!« (konkret texte 66).

Am 29.11. um 20 Uhr trägt Thomas Ebermann unter dem Titel: »Mit Keynes für Deutschland« in der Hamburger Bar Golem, Große Elbstraße 14, vor. Hermann L. Gremliza moderiert die Veranstaltung. Special Guest: Helmuth Donat, Verleger aus Bremen.

Tjark Kunstreich stellt sein Buch Dialektik der Abweichung. Über das Unbehagen in der homosexuellen Emanzipation (konkret texte 67) vor: am 6.12. in Hamburg, 20 Uhr, Golem, Große Elbstraße 14; am 7.12. in Darmstadt, 18.30 Uhr, Schlosskeller, Marktplatz 15; am 10.12. in Wien, 20 Uhr, Republikanischer Club, Rockhgasse 1.

Nachdem erst Wenzel Storchs ehemaliger Pfarrer wegen Messdienerfickens aufgeflogen ist und dann auch sein alter Bischof, Heinrich Maria Janssen, kommt Storchs neues Theaterstück »Das Maschinengewehr Gottes«, eine römisch-katholische Kriminalburleske, gerade recht. Das auf dem gleichnamigen konkret-Text (konkret 5+6/08) basierende Stück wird im Schauspielhaus Dortmund am 11.12., 17.12. (jeweils 20 Uhr) und 27.12. (18.30 Uhr) aufgeführt.

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