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Teilen ist heilen

Die Veröffentlichung neuer Facebook-Geschäftsbedingungen führt vor allem bei FB-Verweigerern zu großer Freude. In aller Regel teilen sie dann auf konkurrierenden Social-Media-Plattformen mit, dass sie dem »Fratzenbuch« schon immer misstraut hätten und dieses nun end- und hoffentlich seinen Niedergang erlebt. Natürlich laufen dann auch Facebook-User zu großer Form auf. Gegen die Neuerungen helfe, heißt es gern, nur, einen vorformulierten Text als Widerspruch auf der eigenen Wall zu posten und, schwupps, würden die AGB für einen nicht mehr gelten.

Doch, es gibt da draußen wirklich Menschen – inklusive übrigens Ex-FDP-Generalsekretär Döring –, die glauben, dass a) Facebook Personal beschäftigt, das täglich in zig Millionen Accounts nachschaut, ob dort ein Widerspruch gepostet wurde, dann die jeweiligen User in eine Liste überträgt und anschließend dafür sorgt, dass die Richtlinien Zusätze wie »Diese AGB gelten für alle, außer für Herrn Schmidt und Frau Müller« erhalten. Offenbar glauben sie b) fest daran, dass für User kostenlose Internetangebote auf gänzlich mysteriöse Weise Geld verdienen und nicht etwa damit, dass sie ihren Nutzern passende Werbung vorsetzen oder eben die anonymisierten Daten von Nutzern an Reklametreibende weitergeben.

Und nun also das: Facebook will auf den jeweiligen User zugeschnittene Anzeigen platzieren und dazu die Daten der User auswerten. Was natürlich ein echter Skandal ist, wenn man statt Blinke-Ads für nutzloses Zeugs vielleicht etwas vorgesetzt bekommt, für das man sich interessieren könnte (wie es übrigens Amazon mit seinen automatisierten persönlichen Buchempfehlungen schon lange macht).

Dass man nicht nur bei Facebook ein gläserner User ist, sondern praktisch überall (Faustregel: Alles, was man selber im eigenen Account sehen und machen und speichern kann, ist auch Mitarbeitern des jeweiligen Angebots zugänglich, inklusive interne Mails) interessiert dabei nur die wenigsten. Echt? Echt: Alle auf Datenschutz bedachten Konkurrenzprodukte endeten bislang desaströs, weil die neuen Dingsies dann doch nicht so schick und komfortabel waren wie FB und Twitter und kaum jemand sie benutzte.

Dennoch – es gibt schauerliche Passage in den neuen FB-AGB, wie diese: »Die von Ihnen im Rahmen der Dienste übermittelten, veröffentlichten, übertragenen oder anderweitig bereitgestellten Inhalte können von Facebook oder anderen mit Facebook zusammenarbeitenden Unternehmen, Organisationen oder Einzelpersonen zusätzlich verwendet werden, ohne dass Ihnen hierfür eine Vergütung gezahlt wird« – halt, nein, sorry, da ist ein Fehler passiert, bitte ersetzen Sie im Text Facebook durch Twitter, denn das Zitat stammt aus deren AGB.

Elke Wittich

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