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von konkret

Apropos Prognosen:

Im August 2010 wagte Hermann L. Gremliza in konkret die Voraussage: »Wenn sie dafür ihre Dienstwagen behalten dürfen, genehmigen die Grünen fünf neue Atomkraftwerke und erklären Russland den Krieg.« Russland den Krieg erklären sie seit Monaten täglich, auch wenn sie keinen General Paulus an die ukrainische Ostfront schicken können, sondern nur die Abgeordnete Marieluise Beck. Auf dem Weg zur Genehmigung der Atomkraftwerke sind mittlerweile die Hamburger Grünen gut vorangekommen. Die Partei, die mit den revolutionären Forderungen nach einer Umweltzone, einer Citymaut, einer Stadtbahn, einer blauen Plakette (für Fahrzeuge, die die Abgasgrenzwerte für Stickstoffdioxid der Eurostufe 6/VI einhalten) und dem Verzicht auf eine Vertiefung der Elbe vor die Wähler getreten war, hat in den Verhandlungen über eine Koalition mit der SPD zunächst die Elbvertiefung akzeptiert und auf die Stadtbahn verzichtet. Tags drauf erklärte die Landesvorsitzende Katharina Fegebank: »Umweltzone, Citymaut und blaue Plakette werden nicht kommen. Das heißt nicht, dass wir das gut finden.« Gehen die Grünen etwa in die innere Emigration? Nein, sie schreiten von Sieg zu Sieg. Fegebank konnte eine »intensive Pflege der Grünanlagen«, eine Förderung der »Dachbegrünung« und eine »radikale Beschleunigung des Radverkehrs« durchsetzen. Auch solle der Bau einer neuen U-Bahnlinie schneller von statten gehen. Und keiner lacht.

 

konkret trauert um Layla Dawson. Die langjährige Autorin der Zeitschrift ist am 3. März nach langer schwerer Krankheit gestorben. Geboren 1949 in London, arbeitete sie zunächst als Architektin in England, dem Nahen Osten und in Hongkong. Nach ihrem Umzug nach Hamburg 1989 schrieb sie regelmäßig für konkret über Literatur und Architektur. In ihrem unter ihrem Geburtsnamen Layla Shah erschienenen Roman brit and brown (Arche 2006) über ihre nichtweiße Familie, in dem sie einen ungeschminkten Einblick in die Pathologie der rassistischen Realität Europas gibt, heißt es: »Jo und ich diskutieren oft darüber, ob mein Umzug nach Deutschland nicht meine schlechten Eigenschaften verstärkt hat, die Schuldgefühle, die zwanghafte Überpünktlichkeit und das Schreiben von Listen.« Dietmar Dath urteilte damals in der »FAZ«: »Kolonialherren und Kolonisierte haben nicht zweierlei Geschichten sondern – von den großen Landnahmen und Strafaktionen bis in die molekularen Reaktionen familiärer Beziehungen – ein und dieselbe. Aber gerade deswegen kommt es bei dieser Geschichte mehr als bei anderen darauf an, wer sie erzählt. Layla Shah … führt vor Augen, wie es geht, wenn man’s kann.«

 

Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Deshalb ist es gut, dass der konkret texte-Band 56 (No way out? 14 Versuche, die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise zu verstehen) weiter in zweiter Auflage lieferbar ist. Die Autorinnen und Autoren diskutieren darin die Frage, worum es sich bei der jüngsten Finanz-und Wirtschaftskrise handelt und was in ihr entschieden wird.

 

Unter der Überschrift »Frauen, hört die Signale! « schreibt die »Junge Welt« über Barbara Kirchners Essay Dämmermännerung. Neuer Antifeminismus, alte Leier (konkret texte 61): »In einem kämpferischen, ebenso klassisch politökonomisch wie marxistisch fundierten, schwungvollen Rundumschlag auf gerade mal 93 Seiten nimmt sie sich der Verwerfungen der Klassengesellschaft im Allgemeinen und deren Folgen für Frauen im besonderen an.« Signal gehört? Das Buch kann über den konkret-Verlag (www.konkretmagazin.de) bestellt (12 Euro plus Porto) oder über den Buchhandel bezogen werden.

 

Veranstaltungen: Stephan Grigat stellt sein neues Buch Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke & die iranische Bedrohung (konkret texte 64) vor: am 20. April in Herford, 20 Uhr, Ernst-Lohmeyer-Haus, Stiftbergstraße 32; am 21. April in Osnabrück, 19 Uhr, Substanz, Frankenstraße 25a; am 22. April in Magdeburg, 19 Uhr, Universität, Fakultät für Humanwissenschaften, Gebäude 40; am 27. April in Berlin, 19 Uhr, FU Berlin, Habelschwerdter Allee 45, Seminarzentrum gegenüber der Mensa, RaumL116.

Am 24. April um 19 Uhr liest Jörg Kronauer in Wien, Neues Institutsgebäude der Universität, Universitätsstraße 7, Hörsaal 2 aus seinem neuen Buch Ukraine über alles! Ein Expansionsprojekt des Westens (konkret texte 66). Am 29. April um 19.30 Uhr stellt er sein Buch im Bürgerzentrum in Bruchsal, Am Alten Schloss 2, vor.

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