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Merkel spricht

Zu Besuch in Finnland tritt die Kanzlerin am 28. März mit dem Ministerpräsidenten des Landes vor die Presse und spricht:

 

Ja, Finnland ist ein guter Freund Deutschlands.

Auf du und du. Wie geht’s dir, Finnland? Und dir, Deutschland? Danke der Nachfrage, man schlägt sich so durch:

Wir arbeiten sehr gut zusammen.

Nicht gut, sehr gut. Sehr wird in dieser Rede noch sehr, sehr, wie die Kanzlerin sagt: zum Tragen kommen. Das Adverb ersetzt das zutiefst, das ihr von ihren Coaches verboten wurde, nachdem konkret sich 2010 über den 27maligen Gebrauch in einer einzigen Merkel- Rede lustig gemacht hatte.

Durch Zufall sitzen wir, der finnische Ministerpräsident und ich, im Europäischen Rat nebeneinander.

Durch einen Zufall von der Zufälligkeit eines Fünfjahresplans der FDJ (frühere Partei der Kanzlerin):

Man sitzt immer so nebeneinander, wie man die Präsidentschaft hat, und Finnland hatte vor uns die letzte Präsidentschaft. Und deshalb sind wir jetzt auch Nachbarn.

Weil man so nebeneinandersitzt, wie man die Präsidentschaft hat.

Und da zeigt sich schon, dass wir sehr viele gemeinsame Anliegen haben.

Nicht viele, sehr viele gemeinsame Anliegen. Das zeigt sich beim zufälligen Nebeneinandersitzen.

Finnland und Deutschland arbeiten ja historisch schon sehr lange zusammen.

Nicht nur sehr lange, sondern historisch sehr lange, genau genommen seit 1941, als Finnland sich am Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion beteiligte. Ab 1942 kämpfte das finnische Freiwilligenbataillon der Waffen-SS an der Seite der SS-Division »Wiking« an der Ostfront, so dass Merkel mit Recht sagen kann:

Und gerade die Nachbarschaft zu Russland hat ja auch Finnlands Geschichte sehr geprägt.

Eher tief als sehr, nämlich bis einen Meter unter der Erde.

Und Finnland hat sich heute auf der einen Seite zu einem ganz engen Partner von Russland, aber auch durchaus zu einem sehr selbstbewussten Nachbarn entwickelt. Und gerade jetzt in der Ukraine-Krise kommt dieses natürlich auch sehr gut zum Tragen.

Die Entwicklung zum sehr selbstbewussten Nachbarn kommt sehr gut zum Tragen, das heißt: der ganz enge Partner Russlands ist eigentlich eher ein Gegner Russlands und ein sehr guter Freund Deutschlands.

Und auch da arbeiten wir sehr eng zusammen, genauso beim Stabilitätspakt. Das heißt:

Wie gegen die Russen so gegen die Griechen, obwohl die gar keine Nachbarn der selbstbewussten Finnen sind?

europäisch enge Zusammenarbeit, aber auch bilateral. Und insofern glaube ich, dass die Beziehungen sehr, sehr eng sind.

Insofern glaubt sie, dass die Beziehungen durch die sehr enge Zusammenarbeit nicht eng, nicht sehr eng, sondern sehr, sehr eng sind.

Die Tatsache, dass die KSZE-Schlussakte in Helsinki unterzeichnet wurde, ist nach meiner festen Überzeugung kein Zufall …

 Anders als das Nebeneinandersitzen im Europäischen Rat. Merkel hat, auch wenn sie davon, dass die Tatsache kein Zufall ist, nicht nur überzeugt, sondern geradezu fest überzeugt ist, erneut sehr, sehr recht: Die Konferenz tagte tatsächlich nicht auf Anregung des Zufalls in Helsinki, sondern auf Vorschlag des Warschauer Pakts. Aber das auszusprechen wäre ein Verstoß gegen die Sanktionen.

Gerade als Norddeutsche, auch jemand, der seinen Wahlkreis an der Ostsee hat, sage ich: Die Gemeinsamkeiten, von der Hanse angefangen bis heute, zu den landschaftlichen Gemeinsamkeiten, sind überwältigend.

Anfangs waren die Gemeinsamkeiten hanseatisch, heute sind sie landschaftlich, überwältigend immer. Folgt ein Oberstufenausflug in den Diercke Geographie: Finnland ist ein weites Land, sehr gut, setzen. Doch Finnland ist nicht etwa bloß naturverbunden wie hundert andere Länder:

Finnland ist ein Land, das sehr naturverbunden ist.

 Du kriegst die Mücken.

Finnland ist auch ein Land mit einer sehr eigenständigen Entwicklung.

Sag bloß! Von einer Entwicklung des bloß naturverbundenen Landes, die eigenständig ist und nicht sehr eigenständig, kann also keine Rede sein?

Und deshalb

Weil nämlich Finnland ein weites, sehr naturverbundenes Land mit einer sehr eigenständigen Entwicklung ist,

glaube ich, es ist alle Mühe wert, gerade auch die Beziehungen zwischen unseren Völkern zu stärken, mehr Menschen miteinander vertraut zu machen.

Weil Finnland nämlich ein sehr naturverbundenes, sehr eigenständiges weites Land ist. Was lehrt Merkels Rede? Dass sie einfach eine dumme Nuss ist? Nicht die Bohne. Was immer sie ist, ist sie sehr, sehr. Ob sie für ihren Job trotzdem so sehr gut taugt oder gerade deshalb, und was das eine oder andere für die Regierende, die Regierten und den Rest der Welt bedeutet, ist eine Denksportaufgabe für Seminare der Politologie an langen Winterabenden.

Gez. Arbeitskreis Tautologie an der Landschaftlichen Hochschule Uckermark

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