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von konkret

400 Besucherinnen und Besucher strömten Anfang August zur konkret-Veranstaltung »Riot on an Empty Street« in den Hamburger Club Uebel & Gefährlich, um zu erfahren, was Jutta Ditfurth, Hermann L. Gremliza, Mark Kirrim, Emily Laquer und Lars Quadfasel zum G20-Gipfel, den Protesten, der Polizeigewalt und deren medialen Verwertung zu sagen hatten. (Wir dokumentieren Auszüge der Diskussion in dieser Ausgabe, S. 16 ff.)

Nach dem Gipfel hatten sich die Staatsmacht und ihr mediales Fußvolk in Bestform präsentiert. Die deglasierte Gipfel-Nacht im Hamburger Schanzenviertel hatte Andreas Beuth, Anwalt des autonomen Zentrums Rote Flora, mit dem Seufzer quittiert: »Wir haben gewisse Sympathien für solche Aktionen, aber bitte doch nicht im eigenen Viertel, wo wir wohnen. Also warum nicht irgendwie in Pöseldorf oder Blankenese?«, einem der asozialen Brennpunkte der Stadt, wo die SUV-Klasse ihre Beute ausstellt. Nun ermittelt die Soko »Schwarzer Block« wegen Billigung von Straftaten, und der Chefredakteur des lokalen Polizeistaatsanzeigers »Hamburger Abendblatt« sieht seine Welt untergehen: »Zynischer und böser geht es auf jeden Fall nicht, zumal wenige Stunden zuvor der schwarze Mob Angst und Schrecken verbreitet hatte. Dass Gewalt in der Sprache beginnt, ist keine neue Erkenntnis.« Er muss es wissen, und die Leser der Leitartikel und Zuschriften, in denen Olaf Scholzens Prügelgarden wochenlang zum »Durchgreifen« aufgehetzt und anschließend für ihr verrichtetes Werk als »Helden« mit Sonderurlauben, einem musikalischen Hochamt in der Elbphilharmonie, mit Blumen, Glückwünschen und Lügengeschichten über (letzte Zahl) 709 verletzte Beamte bedankt wurden, darunter 227 »infolge der Belastung des Einsatzes« erkrankte und 182 vom eigenen Reizgas gereizte, und ganze sieben Prügelknaben, die »stationär behandelt werden mussten«, wissen es auch.

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Das Sprengel-Museum Hannover hat bis zum 16. Juli Collagen und Filmausschnitte aus dem Schaffenswerk von Wenzel Storch gezeigt. Das »Neue Deutschland« schreibt dazu: Das »Nachkriegsdeutschtum prägt dann auch eine Ästhetik wie sie der 1961 geborene Filmemacher, Künstler und Autor Wenzel Storch verwendet. Eine Hauptrolle spielt dabei der strenge Katholizismus der Eltern, unter dem der junge Wenzel Storch massiv zu leiden hatte. Von Ministrantenheften und Priesterstars handelten dann auch Storchs Essays, die er für die Monatszeitschrift konkret schrieb und die inzwischen als Bücher veröffentlicht wurden.« Storch stelle in seinem 2012 als konkret texte-Band 59 erschienenen Filzstiftbuch Arno & Alice. Ein Bilderbuch für kleine und große Arno-Schmidt-Fans »die glückliche Verklemmtheit (bei gleichzeitiger Schlüpfrigkeit) des Autors heraus«.

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Am 21. April 2016 hat der Bundesgerichtshof ein Urteil gefällt, nach dem Verlage nicht mehr an den Ausschüttungen für physische und digitale Kopien urheberrechtlich geschützter Werke beteiligt werden, sondern diese ausschließlich den Autoren und Autorinnen zustehen. Daraufhin forderte die Verwertungsgesellschaft Wort die Verlage auf, sämtliche Ausschüttungen der Jahre 2012 bis 2015 zurückzuzahlen. Besonders kleine Verlage traf dieses schwer. Auch wir müssen 10.000 Euro aufbringen und würden uns über etwas Unterstützung freuen. Wenn Sie uns also mit einem geringen oder nicht so geringen Betrag ihrer Wahl unterstützen wollen, können Sie dieses durch die Überweisung auf unser Anderkonto bei der Deutschen Bank (IBAN: DE 54 2007 0024 0841 2710 02, BIC/ SWIFT: DEDBDEUTHAM) tun.

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40 Jahre »Deutscher Herbst«: In der Märchenstunde des realexistierenden Kapitalismus heißt es, dass in dieser besten aller möglichen Ordnungen jeder Widerstand krank oder böse ist, und wo jeder Widerstand krank oder böse ist, alles bestens ist. Deshalb ist gegen das Kranke und Böse jedes Mittel recht: Prügel, Tränengas, Fußfessel, Präventiv- und Isolationshaft. Der Widerspruch gegen eine bis an die Zähne bewaffnete Staatsmacht müsse gewaltfrei sein, die Reaktion auf den Ausnahmezustand sich strikt ans Grundgesetz halten. Vor 40 Jahren verweigerten sich die Mitglieder der Roten Armee Fraktion dieser Logik und stellten die Machtfrage. Am 18. September um 20 Uhr diskutieren im Hamburger Polittbüro, Steindamm 45, auf Einladung von konkret Jutta Ditfurth, Knut Folkerts und Oliver Tolmein unter der Überschrift »Ein Staat sieht rot« über die Revolte in nichtrevolutionären Zeiten, die Reaktion der Staatsgewalt und was daraus zu lernen wäre.

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