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Women with guns

Das mediale Bild von den kurdischen Kämpferinnen.

Von Elke Wittich


Sie haben geholfen, Kobanê vom IS zurückzuerobern, sie kämpfen derzeit in Nordsyrien, wo vor allem Nachschublinien vom Daesh unterbrochen werden konnten, und sie können keinesfalls mit Gnade rechnen, wenn sie lebend in die Hände ihrer Feinde fallen. Nun könnte man eigentlich davon ausgehen, dass das alles reichen würde, um sie als das zu bezeichnen, was sie sind: Kämpferinnen, die ihren Job machen. Von wegen.

Wann immer es – zumindest in deutschsprachigen Medien – um die Frauen der kurdischen Yekîneyên Parastina Gel (YPG) geht, wird zunächst einmal ein Foto einer besonders hübschen Milizangehörigen herausgesucht, unter die dann irgendeine Bildunterschrift gesetzt wird, in der immer, immer, immer das Wort Amazone vorkommt, weil, kennt man ja, Frauen mit Waffen in den Händen im Grunde genommen Fabelwesen sind und sich zwar sehr hübsch auf Gebrauchskunstgegenständen machen, aber in Wirklichkeit gibt es sie gar nicht.

Im Text geht es dann meist darum, dass die IS-Angehörigen nur höchst ungern von Frauen getötet werden, was vielleicht stimmt oder vielleicht auch nicht, denn in aller Regel dürfte von gerade tot Umfallenden kaum bemerkt werden, wer sie nun aus einer Entfernung von mehreren Hundert Metern im Gefecht erschossen hat, aber darum geht es hier ja auch gar nicht. Sondern um Kämpferinnen, die jeden Tag – wie ihre männlichen Kollegen auch – ihr Leben riskieren und allein dafür mehr verdient haben, als deutschen Zeitungslesern alle paar Wochen als mythologische Püppchen in schicken Kampfanzügen vorgeführt zu werden. Das sollte wirklich dringend gelassen werden, danke.

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