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Streber in kurzen Hosen

Martin Krauß über das Vorbild Fußballer

Beruhigendes kann vermeldet werden. Die deutsche Fußballnationalmannschaft wird bei der Europameisterschaft in Frankreich nicht allzuweit kommen. Das steht fest, seit Cheftrainer Jogi Löw sagte, worauf es ihm bei den Kickern ankommt: »Wir brauchen Spieler, die fokussiert und konzentriert und sich auch ihrer Vorbildrolle bewusst sind.« Löw kritisierte den Stürmer Max Kruse, der gegen seinen Willen von einer »Bild«-Reporterin geknipst wurde, sich deren Smartphone nahm und die Fotos löschte.

In Deutschland wird der Leistungssport gerne als Laboratorium dafür verstanden, in welche Richtung sich diese Gesellschaft noch entwickeln kann und soll. In einem Land, in dem Sport wirklich groß ist, in den USA nämlich, hat der frühere NBA-Star Charles Barkley einmal gesagt: »Ich bin doch kein Vorbild. Dass ich einen Ball im Korb versenken kann, heißt nicht, dass ich eure Kids aufziehen sollte.« Hierzulande hingegen wird der Sport als »schönste Nebensache der Welt« gleichermaßen glorifiziert wie verniedlicht: Sport sei bloßes Rumgehüpfe und -gekicke, wirklich wichtig sei nur, dass Sportler nicht rauchen, sich goldene Ehrennadeln umhängen lassen und Unverschämtheiten von »Bild«- Reportern freudig akzeptieren.

Doch diese deutsche Vorstellung vom Streber in kurzen Hosen funktioniert nicht. Denn wer nicht bereit ist, den Sport an sich ernst zu nehmen, reist halt zu einem großen Turnier nur mit Spielern an, die das Gemeinwesen so repräsentieren, wie es vertreten werden will. So wird das nichts mit großem Sport.

Martin Krauß

 

 

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