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von konkret

Der deutsche Steuerzahler. In konkret vom November 2012 hatte Hermann Gremliza das Phänomen so gefasst:

Früher hatten wir den »weißen Mann«. Später hatten wir die »nordische Herrenrasse«. An beider Stelle ist »der deutsche Steuerzahler« getreten. Er ist keine Nummer beim Finanzamt … Der deutsche Steuerzahler ist nicht ein Hinz oder Kunz, der wie die Bürger aller Staaten aller Zeiten einen – gewiss oft ungerechten – Anteil am Unterhalt öffentlicher Einrichtungen zu tragen hat. Der deutsche Steuerzahler ist Teil einer unterdrückten und ausgebeuteten Rasse. Er ist der deutsche Mensch als Opfer, quer durch die Klassen und Religionen.

Kurzum: Der deutsche Steuerzahler hat den Arier als gesellschaftliches Subjekt abgelöst. Nach Veröffentlichung dieser Entdeckung findet sich historisches Material – wie diese Anzeige, die 1976, nach dem Tod von Ulrike Meinhof, tatsächlich erschienen ist.

»Und mit so was lebt man auf einem Planeten!« (Karl Kraus).

Ein zweiter Griff in die Geschichte: Im Tischtennisschuppen von Günter Wallraff traf sich (Ende Mai, d. Red.) der Enthüllungsjournalist mit Kai Diekmann zum Schlagabtausch. Das Duell des »Bild«-Herausgebers mit einem der renommiertesten Kritiker des Boulevard-Blattes endete mit einem klaren 4:1-Sieg für Wallraff. Austragungsort des Matches war die Tischtennisplatte im Werkstattschuppen von Wallraff. Dort spielte der Journalist bereits gegen Wolf Biermann und Salman Rushdie … Immerhin hatte der Enthüllungsjournalist 1977 knapp vier Monate lang verdeckt als »Hans Esser« bei der »Bild« in Hannover gearbeitet und später im Bestseller Der Aufmacher geschrieben (sic!). Darin prangerte er die unsauberen Recherchemethoden des Boulevard-Blattes an.

Das Titanen-Tischtennis sei nun »eine Möglichkeit, diese Gegnerschaft friedlich und sportlich aufzulösen«, sagte Diekmann im Vorfeld der DPA. Wallraff ging es nach eigener Darstellung vor allem »um Sport und Spiel«.

Die übrigen unappetitlichen Details sind auf meedia.de nachzulesen. Sie erinnern an das Jahr 1987, als Deutschlands Kulturbetriebsnudeln nach einem Verriss des Sozialkitschiers Wallraff durch seinen einstigen Ghostwriter Gremliza einen Solidarpakt schlossen:

Wir verwahren uns gegen den Versuch eines Rufmordjournalismus, einen unbequemen Autor, der bisher durch Prozesse und Medienkampagnen nicht mundtot zu machen war, durch Diffamierung zum Schweigen zu bringen. Wir schätzen die über 20jährige aufklärerische Arbeit von Günter Wallraff , der unter Einsatz seiner Existenz ein unverwechselbares Werk hervorgebracht hat.

Alt, Böll (René), Engelmann, Grass, Staeck, Bissinger, Engelmann, von der Grün, Heidenreich, Manthey, Rühmkorf, Duve, Biermann, Kelly, Bastian, Kluge und Höfer.

Von Diekmann, damals Reserveoffizier, wusste noch keiner. Aber man weiß jetzt doch, warum der Kulturbetrieb dieses Land so sehr mag: Weil man sich in Deutschland einfach nicht blamieren kann.

Es ist beschlossen und wird hiermit verkündet: Die Horst-Tomayer-Gedenkradfahrt findet in diesem Jahr am letzten Augustwochenende statt (26. bis 28. August). Mehr Informationen und die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Gedenkradlern bietet die öffentliche Facebook-Gruppe »Die Horst-Tomayer-Gedenkradfahrt«.

Im übrigen gilt, dass sich ab sofort jeder und jede eine/n Horst-Tomayer-Gedenkradfahrer/ in nennen darf, der/die, wann immer ihm oder ihr danach ist, Horsts Grab im Apfelhain des Ohlsdorfer Friedhofs zu Hamburg mittem Rad anfährt und mal kurz nach den Damenschlüpfern schaut, die dort regelmäßig abgelegt werden. Wir bitten darum, dass dieser Besuch oder andere Tomayer-Gedenktouren in der oben genannten Facebook-Gruppe oder per Mail an redaktion@konkret-magazin.de mit einem kurzen Bericht und vielleicht auch einem hübschen Foto dokumentiert werden.   

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