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Kay Sokolowsky über die Zwangsbegutachtung asylsuchender Kinder

Ein Kriegsflüchtling soll Ende 2017 in Kandel ein 15jähriges Mädchen getötet haben. Falls der Polizei in diesem Fall zu trauen ist, war das Motiv des mutmaßlichen Täters »enttäuschte Liebe«. Als der Afghane 2016 in Deutschland um Asyl bat, gab er sein Alter mit 14 Jahren an; einen Ausweis hatte er nicht. Weil Schlechtmenschen an keiner Schlächterei vorbeikommen, ohne an ihr teilhaben zu wollen, streuten sie das Gerücht, der Tatverdächtige sei schon lange kein Kind mehr. Uwe Junge, Führer der AfD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz, musste nur im Dreck wühlen, um gleich Bescheid zu wissen: »Der mutmaßliche Mörder wirkt auf Fotos deutlich älter als 15 Jahre.« Dass Junge selbst auf Fotos deutlich älter wirkt, irgendwas zwischen 150 und Ötzi, nimmt niemand zum Anlass, seine Altersbehauptung (60) zu bezweifeln. Der Kerl ist schließlich stolzer Deutscher sowie Oberstleutnant d. R., und solche Leute flunkern, wenn überhaupt, bei Daten zwischen 33 und 45.

Menschen hingegen, die leben statt fürs Vaterland sterben wollen und die außerdem vom falschen Stamme sind, gelten Stulledeutschen als geborene Lügner. Ein geradezu klinischer Fall von Projektion. Simultan mit dem Gerücht ging eine böswillige Erfindung um: Unter den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen wäre ein beträchtlicher Anteil erwachsen. Einen Beleg dafür gibt es nicht, aber das ist den Kolporteuren egal. So erklärte die »Welt« am 8. Januar eine Fiktion zum Beweis: »Weil die meisten ... ohne Identitätspapiere einreisen und es nur selten zu ernsthaften Altersprüfungen kommt, sind viele unter ihnen deutlich älter als von den Jugendämtern vermerkt.«

Wo der autoritäre Charakter Mangel an Kontrolle ortet, wittert er Anarchie. Ohne Zertifikat ist jemand in der verwalteten Welt kein Mensch und oft nicht mal ein Kind – vielmehr ein Objekt der Demütigung durch Strafen, die kein Gericht, sondern der Lynchmob verhängt. Also forderte die CSU auf ihrem immer schnelleren Weg zur Fusion mit den Alternativdeutschen, die medizinische Zwangsbegutachtung aller unbegleiteten asylsuchenden Kinder.

Da können Jugendamtsleiter versichern, das Problem existiere nicht. Die Ärzteverbände mögen gegen eine »medizinische Altersfeststellung« deren Ungenauigkeit einwenden. Und lass doch Psychologen und Therapeuten die Unmenschlichkeit des Verfahrens beklagen! UNHCR? Was wissen die schon.

Da wurde ein junges Leben ausgelöscht, und Abermillionen besorgte Bürger trauern nicht, sondern träumen von Internierungslagern, Skelett- und Genitaluntersuchungen. Das wird sie wohl sein, unsere abendländische Tradition.

Kay Sokolowsky

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