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 HAUS EUROPA (1)
5. August, "Süddeutsche Zeitung" (Online-Ausgabe): In Ostungarn ist eine Roma umgebracht und ihre Tochter verletzt worden, und dies genau am Tag, da man in Ungarn der Roma-Opfer während des Dritten Reiches gedenkt. Die 45jährige wurde nachts in ihrem Haus in einer Roma-Siedlung der Ortschaft Kisléta erschossen. Die 13jährige Tochter der alleinerziehenden Mutter wurde schwer verletzt. Nicht nur der symbolträchtige Tag, auch Art und Umstände des Mordes haben die Behörden veranlaßt, diese Bluttat in eine Serie einzureihen, der bereits acht Roma zum Opfer gefallen sind; die Täter ziehen als "Todesschwadronen" durchs Land. Die hundertköpfige Sonderkommission zur Aufklärung dieser offensichtlich rassistisch begründeten Taten hat auch diesen Fall an sich gezogen. ISLAMISCHE REPUBLIK
24. August, "Welt online": Schonfrist für malaysisches Fotomodel: Eine 32jährige, die als erste Frau des muslimischen Landes wegen Biertrinkens zu Stockschlägen verurteilt worden war, soll frühestens in vier Wochen bestraft werden. "Sie wird die Schläge nach dem Fastenmonat Ramadan erhalten", sagte der Leiter der malaysischen Religionsbehörde, Mohamad Sahfri Abdul Aziz. Das Model Kartika Sari Sewi Shukarno war im Juli von einem islamischen Gericht zu sechs Stockschlägen und einer Geldstrafe von 5.000 Ringgit (rund 940 Euro) verurteilt worden, nachdem sie zugegeben hatte, 2007 in einer Bar Bier getrunken zu haben. Der Ramadan hat in Malaysia wie in den meisten muslimischen Ländern am vergangenen Samstag begonnen. Es sei "nicht ratsam, sie während des Fastenmonats der Bestrafung zu unterziehen", teilte die Religionsbehörde weiter mit. Die Mutter zweier Kinder sei deshalb vorübergehend auf freien Fuß gesetzt worden. "Die Strafe bleibt aber in Kraft." Nach dem im Bundesstaat Pahang geltenden islamischen Recht stehen auf Alkoholkonsum bis zu drei Jahre Gefängnis, sechs Stockschläge und eine Geldstrafe von 5.000 Ringgit. Wie die Religionsbehörde weiter mitteilte, solle die Bestrafung auf "humanitäre Weise" mit einem "kleineren Stock" erfolgen. GEISTIG-MORALISCHE WENDE
25. August, "Frankfurter Rundschau": Die Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat den Salzstock Gorleben in den 80er Jahren gegen große fachliche Bedenken als Endlagerstandort durchgedrückt. Das belegen interne Dokumente der zuständigen Fachbehörde, die der "Frankfurter Rundschau" vorliegen. Die Experten mußten ihre Bewertung offenbar auf Druck des Bundeskabinetts umschreiben. Gorleben wurde damit gegen den ausdrücklichen Rat der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) voreilig als einziger zu untersuchender Standort für hochradioaktiven Atommüll bestimmt ... Die PTB-Experten warnen in ihrem Gutachten: Es sei festgestellt worden, "daß die über den zentralen Bereichen des Salzstocks Gorleben vorkommenden tonigen Sedimente keine solche Mächtigkeit und durchgehende Verbreitung haben, daß sie in der Lage wären, Kontaminationen auf Dauer von der Biosphäre zurückzuhalten" ... Als zweiten möglichen Schwachpunkt identifizierte die PTB den sogenannten Haupt-Anhydrit im Salzgestein selbst. Das Mineral, das härter und spröder als Salz ist, gilt als potentiell wasserführende Schicht. Die PTB-Experten befürchteten, daß sich dort durch die Einlagerung der hochradioaktiven Stoffe, die viel Wärme abgeben, "Wegsamkeiten" für radioaktiv kontaminierte Flüssigkeiten bilden ... Die PTB-Leitung besprach ihre Bewertung am 5. Mai 1983 mit Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und der Deutschen Gesellschaft für den Bau und Betrieb von Endlagern (DBE) ... Zu dem Treffen erschienen unerwartet aber auch Vertreter des Kanzleramtes sowie des Forschungsministeriums, wie der damalige PTB-Abteilungsleiter Professor Helmut Röthemeyer in einem "Taz"-Interview berichtete. Die Ministeriumsvertreter hätten die PTB zur Änderung ihres Gutachtens aufgefordert. "Es gab nichts Schriftliches, keine schriftliche Weisung, aber wir mußten das Gespräch klar als Weisung auffassen." ... Das Gutachten wurde schnell umgeschrieben. In der nur einen Tag später verschickten Neufassung wird das Projekt plötzlich sehr positiv bewertet. Die "Schlußfolgerungen" beginnen mit dem neu hinzugefügten Satz: "Die bisherigen Erkenntnisse über den Salzstock haben die Aussagen über seine Eignungshöffigkeit für die Endlagerung der vorgesehenen radioaktiven Abfälle voll bestätigt." HAUS EUROPA (2)
25. August, "Der Standard" (Wien, Online-Ausgabe): Angesichts der wiederholten Übergriffe auf Angehörige der Roma-Minderheit in Ungarn wollen offenbar Hunderte Roma das Land verlassen. Mehrere hundert Roma haben sich aus diesem Grund mit Ansuchen um Unterstützung bei der Auswanderung an die Landesselbstverwaltung der Roma (OCÖ) gewandt, wie deren Vorsitzender Orban Kolompar laut Nachrichtenagentur MTI am Dienstag erklärte. Gründe für die drohende Auswanderungswelle seien die "gegen die Volksgruppe gerichteten Attentate und Diskriminierungen" ... Laut Andras Bader, einem der Ausreisewilligen, lebt seine Familie in Angst und Schrecken wegen der gegen Roma gerichteten Anschlagserie. Ihre Zukunft sei aussichtslos und das gegenwärtige Leben von zahlreichen ethnischen Diskriminierungen belastet. Die Verhaftung der Verdächtigen in der Roma-Mordserie sei noch keine Garantie dafür, daß es nicht zu neuen Morden oder Bedrohungen der Roma kommen könnte, sagte Bader. Die Ängste der in der Provinz lebenden Roma, daß die Attentäter Nachahmer finden könnten, seien keineswegs unbegründet. EVIL EMPIRE
26. August, DPA: In Saudi-Arabien ist eine Zehnjährige vor ihrem 80 Jahre alten Ehemann geflohen, den ihr Vater für sie ausgesucht hatte. Als sich der verlassene Mann bei seinem Schwiegervater beschwerte, brachte dieser das Mädchen gegen dessen Willen zurück. COPY & PASTE
26. August, DPA: Der Softwarehersteller Microsoft hat auf seiner Webseite in Polen das Gesicht eines Schwarzen durch das Antlitz eines Weißen ersetzt. Eine Microsoft-Sprecherin in Warschau entschuldigte sich am Mittwoch umgehend, nachdem die Montage bekannt geworden war und sprach von einem "Versehen". Zugleich wehrte sie sich gegen Rassismusvorwürfe. Auf der Internetseite des Unternehmens in Polen war das Gesicht eines Schwarzen gegen das eines Weißen ausgetauscht worden. Auf dem Originalfoto auf der US-Webseite des Softwareherstellers sitzt ein Schwarzer zusammen mit einem Asiaten und einer weißen Frau an einem Konferenztisch. Auf der polnischen Seite fand sich das gleiche Foto - nur wurde dem Mann der Kopf eines Weißen montiert. Es wurde inzwischen aus dem Netz genommen. ÖFFENTLICHER NAZIVERKEHR
27. August, "Taz": Die Hamburger Hochbahn (HHA) hat dem NPD-Landesverband einen Sonderbus zur Verfügung gestellt, um Neonazis von Infostand zu Infostand zu transportieren. Das besagt die jetzt veröffentlichte Antwort des Hamburger Senats auf eine Anfrage der dortigen Linksfraktion. HHA-Sprecher Christoph Kreienbaum sagt: "Das geschah zum Schutz unserer Fahrgäste." Eine entsprechende Order der Polizei erging - anders als zu früheren Anlässen - offenbar nicht. "Die Schweiz muß zerschlagen und auf ihre Nachbarländer aufgeteilt werden" Muammar al-Gaddafi
HAUS EUROPA (3)
28. August, "Spiegel online": Ungewohntes Echo für die erfolgsverwöhnte Madonna: Die Popsängerin wurde bei einem Gastspiel ihrer "Sticky and Sweet"-Tour in Rumänien ausgebuht ... Die 51jährige Sängerin war vergangenen Mittwoch in Bukarest im Rahmen ihrer "Sticky and Sweet"-Tour vor 60.000 Menschen aufgetreten. Madonna ließ sich bei dem Konzert von einem russischen Trio begleiten, in dem zwei Roma spielen. Das wurde bei seinem Auftritt frenetisch gefeiert. Kurz darauf schlug die Stimmung jedoch um, als die Sängerin auf der Bühne Stellung gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma in Rumänien bezog ... In Rumänien haben laut einem EU-Bericht die Hälfte der im Land lebenden Hunderttausenden Roma angegeben, in den vergangenen 12 Monaten Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht zu haben. Madonna unterbrach deshalb am Mittwochabend ihre Darbietung und sagte ans Publikum gewandt: "Man hat mich drauf aufmerksam gemacht, daß Sinti und Roma in Osteuropa erheblich diskriminiert werden. Das macht mich sehr traurig. Wir halten nichts von Diskriminierung, wir glauben an Freiheit und gleiche Rechte für alle." Während einige Fans applaudierten, buhten andere. Die Buhrufe verstärkten sich noch, als Madonna Vorurteile gegenüber Homosexuellen verurteilte. KRIEGSVERBRECHEN
31. August, AP: Ein geistlicher Führer der Hamas hat die Unterrichtung palästinensischer Kinder über den Nazimord an sechs Millionen Juden ein "Kriegsverbrechen" genannt ... Der geistliche Führer Younis al-Astal ereiferte sich, nachdem er gehört hatte, daß die UN Relief and Works Agency, das UN-Organ, das sich um palästinensische Flüchtlinge kümmert, plane, Unterrichtseinheiten über den Holocaust einzuführen. Den Holocaust in das Curriculum aufzunehmen würde darauf hinauslaufen, eine Lüge zu vermarkten und zu verbreiten, schrieb al-Astal in einer Stellungnahme. "Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß es sich um ein Kriegsverbrechen handelt, weil es den zionistischen Siedlern mit ihren Lügen und ihrer Heuchelei dient", schrieb er. Ein Sprecher der UN sagte, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden. "Hätte ich eine Atombombe, würde ich die Schweiz
von der Landkarte fegen" Hannibal al-Gaddafi ALLES SCHWEIZER
1. September, "Rheinische Post": Libyens Staatschef Muammar el Gaddafi hat zur Schließung aller israelischen Botschaften auf dem afrikanischen Kontinent aufgerufen. Israel stecke "hinter allen Konflikten in Afrika", sagte er zum Auftakt eines außerordentlichen Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU) in der libyschen Hauptstadt. An dem Treffen nehmen 30 Staatschefs teil, darunter die umstrittenen Regierungschefs von Simbabwe und Sudan, Robert Mugabe und Omar el Baschir. GESTATTEN
2. September, "Hamburger Abendblatt": Nach jahrelangem Streit kommt jetzt erstmals in Deutschland Djehad (Heiliger Krieg) als männlicher Vorname ins Geburtenregister. Das Berliner Kammergericht hatte in letzter Instanz entschieden, daß der Vorname nicht verunglimpfend sei und auch nicht das Wohl des Jungen gefährde. "Die Verwaltung hat diese Entscheidung umzusetzen", teilte am Mittwoch die Behörde von Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) mit. "Es gibt keine weiteren Schritte von unserer Seite, es ist definitiv Schluß", hieß es in der Verwaltung. Bislang hatte sich ein Standesamt in der Hauptstadt geweigert, die Namensurkunde auszustellen, weil Djehad Heiliger Krieg bedeute und in Deutschland seit dem 11. September 2001 stark negativ besetzt sei. Der Argumentation folgte das Kammergericht nicht. Die Namenswahl sei unbedenklich, hatte das Gericht am Dienstag mitgeteilt. Djehad sei im Arabischen ein gebräuchlicher Vorname. Damit werde die Verpflichtung von Muslimen zum Einsatz für die Verbreitung des Glaubens unterstrichen. Daran ändere auch nichts, daß radikale Islamisten den Begriff für den bewaffneten Kampf gegen Ungläubige auch mit terroristischen Mitteln verwendeten. Das Recht der Eltern zur Namenswahl könne nicht eingeschränkt werden. Auf ihre Motive bei der Wahl des Namens für den Nachwuchs komme es nicht an. Immer wieder kommt es bundesweit zu Namens-Streitigkeiten. Nicht zugelassen sind beispielsweise Borussia wie der Name des Sportvereins, Heydrich wie der Name des SS-Funktionärs während der Nazi-Zeit oder Tom Tom wie die Marke eines Navigationsgerätes. Dagegen dürfen Eltern ihre Kinder Windsbraut (weiblich), Pumuckel (männlich), November (männlich und weiblich) oder Fanta (weiblich) nennen. - Stefan Frank -
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KONKRET Text 50
KONKRET Text 49
Literatur Konkret Nr. 34
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