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von konkret

Man schrieb den August 1998, im September sollte gewählt werden, da bat die Redaktion Andrea Nahles, die vorlaute Vorsitzende der vorlauten Jungsozialisten, zum Interview. Die Redaktion wollte von ihr wissen, was sie davon halte, daß der Kanzlerkandidat Schröder den parteilosen Mittelständler Jost Stollmann zu seinem künftigen Wirtschaftsminister ausersehen hatte, und ob es da nicht genausogut der FDP-Mann Rexrodt bleiben könne. Nahles antwortete:

Über Ihre Interviewanfrage habe ich mich gefreut … Aus den Fragen und auch den Kommentaren der letzten Monate lese ich heraus, daß KONKRET keinen Politikwechsel nach einer Regierungsübernahme von SPD und Grünen erwartet. Das sehe ich – noch – anders … Es erscheint mir wenig sinnvoll, jetzt ein Interview über diesen Unternehmer zu machen. Interessant wäre es doch, drei bis vier Wochen nach der Wahl über die neue SPD-geführte Regierung und die Aussichten für eine linke Reformpolitik zu sprechen. Dazu wäre ich dann gerne bereit.

Mit rotem Gruß, Andrea Nahles

Die Redaktion kam auf das rote Angebot nicht zurück. Sie hatte erfahren, was sie wissen wollte, und teilte es den Lesern in Heft 8/98 mit. 15 Jahre später ist wieder Wahlkampf, die SPD hat mehrere Politikwechsel – schon – hinter sich, und Nahles ist Generalsekretärin der Partei. Vorlaut wie eh und je wirft sie dem Verteidigungsminister Thomas de Maizière vor, er setze, nach der Drohne Euro Hawk,

das nächste Projekt in den Sand: Er will offenbar 18 Hubschrauber im Wert von fast einer Milliarde Euro für die Marine kaufen, die die Marine gar nicht nutzen kann.

Der Gedanke, daß jeder Cent aus dem Haushalt des Kriegsministeriums besser verbrannt, in den Sand gesetzt oder sonstwie verdaddelt würde als für erstklassig funktionierendes Mordwerkzeug ausgegeben, das die Marine, die Luftwaffe oder das Heer nutzen kann, hat im Kopf der roten Grußtante so wenig Platz wie in denen ihrer Parteifreunde und Parteifreundinnen, die sie aus unersichtlichem Grund – noch – als Genossinnen und Genossen anredet (wenn sie nicht gerade singt).

 

An einer anderen Front schien ein kleiner Sieg errungen. Nach zwei Jahrzehnten, in denen KONKRET den Deutschen vergeblich beizubringen versuchte, daß die Verbrechen, für die ihre Führer vor dem Nürnberger Tribunal standen, Verbrechen gegen die Menschheit waren (und nicht, wie sie verniedlichend übersetzen, gegen die Menschlichkeit), sprach schließlich, man traute seinen Ohren nicht, der deutsche Außenminister am 22. August im Deutschlandfunk, der Einsatz von Gas in Syrien sei »ein Verbrechen gegen die Menschheit«.

Doch was geschah? Man hielt Westerwelles Wort für einen Versprecher oder die Meldung für einen Übermittlungsfehler, und so meldete Reuters: »Außenminister Guido Westerwelle hat den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien als Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.« Und das ZDF verbreitete über »Heute«: »Westerwelle: Gewalt in Syrien ist Verbrechen gegen Menschlichkeit.« Die Front war wieder begradigt.

 

Einer, der sich als »Ihr Leser Peter Falk« vorstellt, hat gewiß nichts gegen Juden, aber:

Oh, Jahwe! KONKRET ist ja ein Propagandablatt von extremen Prosemiten geworden, die in drei bis vier Artikeln nur ihre opportunistische Meinung verbreiten können. Nur extreme jüdische Nationalisten und Opportunisten kommen im Heft 9 vor. Vor ein paar Jahrzehnten gab es einmal den Vorwurf, daß KONKRET vom DDR-Geheimdienst unterstützt wird. Gibt es jetzt Sponsoren aus dem jüdisch-israelischen Bereich? Die Einseitigkeit ist für ein sogenanntes linkes Blatt einmalig!

Damit wir lernen, wie man richtig mit dem jüdisch-israelischen Bereich umgeht, hat Leser Falk einen exempl-arischen Artikel des Deutschland-Magazins »Spiegel« beigelegt. Die Redaktion dankt gerührt.

 

Veranstaltungen: Anja Röhl liest am 7. Oktober um 20 Uhr im Polittbüro, Hamburg, Steindamm 45, aus ihrem Buch Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike. Anschließend: Gespräch der Autorin mit Hermann L. Gremliza.

Am 14. Oktober um 20 Uhr stellt Jens Hoffmann sein aktuelles Buch »Diese außerordentliche deutsche Bestialität.« Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten (konkret-texte 60) vor. Die Veranstaltung findet in Leipzig, Conne Island, Koburger Straße 3, statt. Anschließend wird der Film »Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr« von Claude Lanzmann gezeigt. Jens Hoffmann liest außerdem am 15. Oktober um 18.30 Uhr in Halle, Kino Zazie, Kleine Ulrichstraße 22.

Erwin Riess liest aus seinem neuen Roman Herr Groll und die ungarische Tragödie: Am 15. Oktober um 18 Uhr an der TU Wien, Universitätsbibliothek, Resselgasse 4, und am 16. Oktober um 19 Uhr in der Wiener Neustadt, Borg, Herzog-Leopold-Straße 32.

Am 17. Oktober um 19 Uhr diskutieren Lars Quadfasel und Kay Sokolowsky zum Thema: »Feindbild | Islam | Kritik – Was wollen die Deutschen vom Islam?«. Das Streitgespräch findet in Hamburg, Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 11, statt.

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