Stefan Ripplinger im Gespräch mit Jürgen Kiontke über »Kommunistische Kunst«

"Die Referenz, also der Verweis, ist oft das, was Werk und Welt miteinander verbindet. Klassisches Beispiel: Napoleon bei Stendhal. Ist das die historische Gestalt, ist es eine Fiktion? Wie funktionieren Referenzen im Alltag?

Wo gehen sie ins Leere, wo stellen sie unmögliche Verbindungen her? Das sind die Fragen, die ich mir stelle. Ich möchte die ästhetische Dimension unseres Tuns und Lassens bewusst machen. Da wird das, was, pragmatisch gesehen, nicht funktioniert, zu etwas, was, ästhetisch gesehen, fantastisch funktioniert. Missverständnisse, Kalauer, Überschüsse, Späße, Fehler, Tragisches – das ist alles Material des Ästhetischen. Neukölln ist voll davon, ein wahres Wunder. Ich betrachte halt nicht ein Werk, sondern seinen Gebrauch. Das Werk spricht bei mir erst, wenn es gebraucht wird. Völlig neu ist das allerdings nicht. Wenn sich Marcel Duchamp mit Ludwig Wittgenstein zum Tee verabredet hätte, hätten sie wohl auch so darüber gesprochen."

Zum Interview in der Taz

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